Ashes of Time – der Film

Ashes of Time

„Ashes of Time“ ist ein Fantasy-Martial-Arts-Film aus dem Jahr 1994. Produzierende Länder waren Taiwan, China und Hongkong. Regisseur des Genre-Films, das auch Wuxia (mittelalterliche, chinesische Kampfkunst) genannt wird, ist Wong Kar-Wai. Einerseits ist Wong Kar-Wai ein absoluter Perfektionist – das zeigte sich einprägsam bei einem seiner späteren Werke, das ihm auch den internationalen Durchbruch verschaffte, nämlich „2046“. Andererseits ist er durch eben diesen Film erst zu einem angesehenen Regisseur geworden. Beides zusammen hat Wong Kar-Wai wohl dazu bewegt, „Ashes of Time“ 2008 nochmals zu veröffentlichen. Der Streifen wurde dabei digitalisiert, um einige Szenen ergänzt, während andere herausgenommen wurden und außerdem wurde ein völlig neuer Soundtrack integriert.


Zurückgezogen in einer Herbege am Rande der Wüste

Irgendwann im Mittelalter, irgendwo in China am Rande einer Wüste. Der Schwertkämpfer Ouyang Feng (Leslie Cheung) hat sich hier in ein kleines, eher schäbiges Gasthaus zurückgezogen. Nicht erfüllte Liebe und daraus resultierend großer Schmerz in seinem Herzen haben ihn zu diesem Schritt bewegt. Aufgrund seiner vorzüglichen Kontakte zu anderen Schwerkämpfern und der wohlhabenden Oberschicht ist sein Gasthaus jedoch mehr als nur eine Herberge.

ashesoftime-posterEs dient dem Schwertkämpfer als Forum, in dem er willige Auftragssöldner und zahlungskräftige Auftraggeber zusammenbringt. Außerdem sind da noch die beiden wunderschönen Zwillingsschwestern Murong Yin und Murong Yang (beides Brigitte Lin). Wie die Namen Yin und Yang schon andeuten, sind die beiden Schwestern nicht nur völlig gegensätzlich, es stellt sich sogar die Frage, ob es sie als Zwillinge tatsächlich beide gibt oder Yin und Yang gar ein und dieselbe Frau sind.

Auftrag zum Töten versus Auftrag zum Beschützen

Jedenfalls kommt auch ein alter Freund von Ouyang zur Herberge. Huang Yaoshi (Tony Leung Ka Fai) besucht seinen alten Kampfgefährten einmal im Jahr. Wie immer, hat er auch dieses Jahr ein Geschenk für ihn dabei: einen Wein, der vergessen machen soll. Für Ouyang wäre das grandios, denn noch immer ist sein Herz von dem großen Liebesschmerz zerrissen. Doch Huang hat Yin versprochen, sie zu heiraten. Nur nimmt er es mit seinem Versprechen nicht so genau, und so beschließt Yang, Ouyang zu beauftragen, Huang zu töten.

Gleichzeitig will Yin Ouyang allerdings anheuern, um Huang zu beschützen. Dazwischen geht „Ashes of time“ immer wieder in die Vergangenheit, um dort aus Episoden des Schwertkämpfers Ouyang Feng zu erzählen. Klar wird dabei schnell die große Leere, die sich in ihm ausdehnt wegen der unerfüllten Liebe. Dabei ist Wong Kar-Wai etwas Außergewöhnliches gelungen – er hat dieses Leere eindrucksvoll in vollen, bildgewaltigen Szenen eingefangen, also auch hier das Prinzip Yin / Yang umgesetzt.

Yin und Yang – nicht nur Filmfiguren

Dadurch wird der Spielfilm nicht nur für Freunde asiatischer Martial-Arts-Filme ein absolutes Muss sein. Die Bildsprache des Werks ist schlicht gesagt imposant und groß. Mit der neuen Aufmachung als „Ashes of Time: Redux“ kommen noch zahlreiche digital bearbeitete Szenen hinzu, die die Kampfszenen ebenfalls noch eindrucksvoller wirken lassen. Auch wenn der Erzählstrang manchmal etwas verwirrend anmutet, letztendlich ist der wieder die „Yin / Yang“-Fortsetzung, die sich auch hier findet. Übrigens hatte es „Ashes of Time“ bei seiner Erstveröffentlichung nicht bis in die deutschen Kinos geschafft, jetzt als „Ashes of Time: Redux“ war er hingegen in den deutschen Kinos zu sehen. Beim neuen Soundtrack fällt sofort auf, dass die weltbekannte Cello-Solisten Yo-Yo Ma hier einige Einlagen liefert.